Batteriepass Praxisbeispiel

Batteriepass Praxisbeispiel: Wie Enpower Greentech den EU-Markteintritt vorbereitet

Enpower Greentech ist auf dem Sprung nach Europa, und dieser Sprung bringt eine Verordnung mit, an der niemand vorbeikommt. Dieses Praxisbeispiel zeigt, wie diese Vorbereitung in der Praxis aussehen kann.

SecIdent und Enpower Greentech mit Batteriepass Demo auf der Battery Show 2026 in Stuttgart
SecIdent & Enpower auf der Battery Show 2026 in Stuttgart

Ausgangslage: Enpower Greentech plant den Sprung nach Europa

Enpower Greentech ist ein Hersteller von Batteriezellen und Batteriepacks, mit mehreren hundert Ingenieurinnen und Ingenieuren weltweit und hochautomatisierten Fertigungsstätten in den USA und Asien. Jetzt bereitet das Unternehmen den Markteintritt in Europa vor.

Zum Markteintritt in der EU gehört auch die regulatorische Seite: Wer dort eine Batterie in Verkehr bringt, braucht ab dem 18. Februar 2027 für Elektrofahrzeugbatterien, LMT-Batterien und Industriebatterien über 2 kWh einen digitalen Batteriepass nach der Batterieverordnung (EU) 2023/1542, erreichbar über einen QR-Code auf der Batterie selbst. Ohne gültigen Pass lässt sich die Batterie in der EU schlicht nicht in Verkehr bringen.

Die Komplexität liegt dabei selten in der Software. Sie liegt in den Daten: Technische Dokumentationen, Materialdaten und Prüfberichte liegen meist unstrukturiert vor, verteilt über verschiedene Systeme und Formate, oft in einer Sprache oder Struktur, die nicht direkt auf die Pflichtattribute der Verordnung passt.

Die Lösung: KI-gestützte Extraktion bei Enpower, geprüft von SecIdent

Enpower Greentech hat für dieses Problem eine eigene KI-Lösung entwickelt. Sie extrahiert automatisiert alle Informationen, die für den Digitalen Batteriepass benötigt werden, direkt aus der technischen Dokumentation des Unternehmens. Statt Attribute manuell aus Datenblättern und Prüfprotokollen zusammenzutragen, übernimmt die KI die Vorstrukturierung und ordnet die Werte den passenden Datenfeldern zu.

Bei der Entwicklung dieser Lösung arbeitet Enpower Greentech mit den KI-Spezialisten von SecIdent zusammen. SecIdent prüft die extrahierten Daten anschließend auf Plausibilität und Vollständigkeit: Stimmen Einheiten und Wertebereiche? Sind alle für die jeweilige Batteriekategorie vorgeschriebenen Attribute tatsächlich vorhanden? Erst nach dieser Prüfung gilt ein Datensatz als bereit für die Registrierung nach den europäischen Vorgaben. Für Unternehmen ohne eigene KI-Entwicklung führt derselbe Weg auch über bestehende Schnittstellen zu MES- und ERP-Systemen oder direkt über die Attributliste zum Ziel.

Dieses Zusammenspiel aus automatisierter Extraktion und unabhängiger Validierung adressiert zwei typische Risiken gleichzeitig: den Zeitverlust durch manuelle Datenpflege und das Compliance-Risiko durch unvollständige oder fehlerhaft zugeordnete Attribute. Beides zusammen entscheidet darüber, ob ein Batteriepack konform in Verkehr gebracht werden kann.

Die Funktionen dahinter im Überblick

Ein Batteriepass ist kein einzelnes Dokument. Er ist ein strukturierter Datensatz mit klar definierten Pflicht- und optionalen Feldern.

  • Attributliste nach DIN DKE SPEC 99100: SecIdent bringt den vollständigen Katalog der rund 100 vorgegebenen Attribute aus Pflicht- und freiwilligen Angaben mit. Inhalte lassen sich direkt eintragen, ohne selbst recherchieren zu müssen, welche Angaben der Pass verlangt.

  • Katalog und Vorlagen: Attribute werden je Produkt einmal zentral gepflegt und über Vorlagen auf allen zugehörigen Pässen verwendet. Ändert sich ein Wert, aktualisiert er sich automatisch überall, wo er auftaucht.

  • Schnittstellen: MES- und ERP-Systeme bleiben unverändert im Einsatz. SecIdent bindet bestehende Datenquellen an und gibt Batteriepass-Daten bei Bedarf automatisiert aus, ohne Lock-in, mit Exportmöglichkeiten zu Drittsystemen.

  • Offener Datenträger: Der GS1 Digital Link im QR-Code funktioniert mit jedem Smartphone, ohne separate Reader oder Apps. SecIdent setzt hier bewusst auf einen einheitlichen, offenen Standard statt auf eine proprietäre Insellösung.

  • EC-Registry: Die EU-Registry für Batteriepässe ist noch nicht in Betrieb. Sobald sie freigeschaltet ist, bindet SecIdent sie an, ohne Zusatzaufwand für Sie.

Über SecIdent

SecIdent bringt in dieses Projekt Erfahrung mit, die weit über den Batteriepass hinausgeht. Die Serialisierungslösung ist seit 2012 im regulierten Markt im Einsatz, seit 2018 speziell in der europäischen Pharma-Serialisierung, einem Umfeld ohne Toleranz für Fehler bei gesetzlichen Vorgaben. Diese Null-Fehler-Compliance-Kultur überträgt SecIdent auf den Batteriepass.

Dazu kommen konkrete Nachweise: eine ISO-27001-Zertifizierung, ein Betrieb ausschließlich in deutschen Rechenzentren ohne extraterritorialen Zugriff sowie die Mitgliedschaft im BatteryPass-Ready-Konsortium.

Wenn Ihr Unternehmen ebenfalls unter die Batteriepass-Pflicht fällt, lohnt sich ein Blick auf die eigene Datenlage, bevor der Zeitdruck entsteht.

Foto von Verena

Von Verena Vasilev

Expertin Produktpass & Kommunikation