Batteriepass

Batteriepass ab 2027 Pflicht - alles was Sie dazu wissen müssen

Der Batteriepass hat seinen Ursprung in der EU-Batterieverordnung und enthält alle produktspezifischen Informationen einer Batterie, die über einen QR-Code abgerufen werden können. Das übergeordnete Ziel des Batteriepasses ist es, absolute Transparenz zu schaffen, die Kreislaufwirtschaft zu fördern und so eine nachhaltigere und ethischere Batterieproduktion in Europa zu gewährleisten.

Was ist der Batteriepass?

Der Batteriepass ist der erste Digitale Produktpass, der verpflichtend wird. Dieser Pass enthält eine Fülle an Informationen, die aus dem gesamten Lebenszyklus der Batterie stammen. Hierzu gehören circa 100 vorgegebene Attribute aus der DIN DKE SPEC 99100, wie zum Beispiel

  • Herkunft der Rohstoffe

  • CO2-Bilanz

  • Leistungsparameter wie den State of Health (SOH)

  • Wartungs- und Reparaturhistorien.

Nehmen Sie gerne unverbindlich Kontakt zu uns auf, um die gesamte Liste an Attributen von uns zu erhalten.

Warum brauchen wir den Batteriepass?

Förderung der Kreislaufwirtschaft (Circular Economy):

Aktuell ist das Recycling von Batterien oft ineffizient, da die genaue chemische Zusammensetzung, der Zustand (SOH) und die Historie der Batterie unbekannt sind. Der Pass liefert dem Recyclingunternehmen oder dem Betreiber von Second-Life-Anwendungen sofort präzise Daten über Materialarten, kritische Inhaltsstoffe und den Gesundheitszustand. Dadurch werden Demontage und Verwertung optimiert, die Rückgewinnungsrate wertvoller Rohstoffe steigt, und die Lebensdauer der Batterie wird durch Weiterverwendung maximiert.

Transparenz und ethische Beschaffung:

Batterien enthalten kritische Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Nickel, deren Abbau oft mit Umweltbelastungen und sozialen Risiken verbunden ist. Der Pass schafft die nötige Rückverfolgbarkeit (Traceability) indem er die Einhaltung ethischer Standards dokumentiert und Daten über die CO2-Bilanz des gesamten Produktionsprozesses liefert. Dies ermöglicht es Herstellern und Verbrauchern, informierte Entscheidungen zu treffen und vor Marktüberwachungsbehörden oder der Europäischen Kommission die Einhaltung von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) nachzuweisen.

Um die Balance zwischen gesetzlich geforderter Transparenz und der Wahrung von Geschäftsgeheimnissen zu gewährleisten, werden unterschiedliche Stakeholder unterschiedliche Informationen einsehen können. Das bedeutet, dass Recycler, Behörden, Marktüberwacher und Endverbraucher für Ihre Rolle vorgesehenen Informationen einsehen dürfen.

Batteriepass Banner auf dem Battery Manufacturing Day
Auf dem Battery Manufacturing Day in Karlsruhe haben wir unsere Software Lösung präsentiert und über den Batteriepass informiert.

Wer ist von dessen Einführung betroffen?

Wirtschaftsteilnehmer, die die Batterie in der EU in Verkehr bringen, müssen den Batteriepass zur Verfügung stellen. Folgende Produkte müssen ab dem 18. Februar 2027 den Batteriepass mitführen:

  • Batterien von Elektroautos (EV) > 25 kg

  • Batterien von leichten Transportmitteln (LMTs) ≤ 25 kg

  • Industrielle Speicher ≤ 25 kg

Wenn Sie sich in dieser Auflistung wiederfinden, sollten Sie sich zeitnah mit der Einführung des Batteriepasses beschäftigen. Die Frist naht und die Umsetzung könnte einiges an Zeit in Anspruch nehmen, da eine effektive Umsetzung des Batteriepasses bedeutet, dass Prozesse hierfür angepasst werden müssen..

Handlungsempfehlungen

Es gibt zwei unterschiedliche Möglichkeiten, den Batteriepass umzusetzen. Sie können einerseits selbst einen Batteriepass bauen oder Sie holen sich Unterstützung von einem DPP-Provider.

Welche Vorteile ein DPP-Provider mit sich bringt, können Sie hier nachlesen. Wir empfehlen jedoch bei der Umsetzung folgendes zu beachten:

  • Bereiten Sie schnellst möglichst die Inhalte der Batteriepass-Attribute vor, sodass diese problemlos in den Batteriepass übertragen werden können. Manche davon müssen Sie bei Ihren Lieferanten einfordern.

  • Entscheiden Sie, ob Sie den Batteriepass selbst entwickeln oder mit einem DPP-Provider umsetzen möchten.

  • Klären Sie offene Fragen zur EU-Batterieverordnung oder zum Batteriepass.

  • Um langfristig Effizienz anzustreben, sollte Sie die Implementierung des Batteriepasses als Prozessoptimierungsprojekt sehen. Setzen Sie neue Prozesse auf, um den Batteriepass automatisch und mit so wenig manuellem Aufwand wie möglich zu erstellen.

Sollten Sie noch weitere Fragen zum Batteriepass haben, dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf oder melden Sie sich zu unserem kostenlosten Webinar an. Wir unterstützen Sie gerne dabei die Umsetzung des Batteriepasses durchzuführen.

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Foto von Verena

Von Verena Vasilev

Expertin Produktpass & Kommunikation